Der Leidensweg eines Zeitreisenden...
 
Freitag, 25.06.1999
 7.37 Ankunft am Parkplatz Inselweg, wo schon Matze, Kathrin und ca. 23 Taschen auf Beförderung warten.
7.52 Nach Stunden des Wartens kommen Katrin + Axel, mehr oder weniger holprig, mit der institutseigenen Reisschüssel aus der Garage.
7.54 Aus Furcht vor Verwechselung des Gepäcks in Friesland begebe ich mich auf die Suche nach Kreppband, finde aber nur gewöhnliche Adressaufkleber in der Ust.
7.57 Millerweile ist auch Christiane eingetroffen. Junior hat noch zwei Reisetaschen für die 350 kg Knabbereien organisiert und wir können mit der ersten Verladung der Klamotten beginnen.
8.03 Rainer kommt mit Thomas P., der heute der arbeitenden Minderheit angehört, und einer unförmigen Reisetasche angetrottet.
8.12 Alle Gepäckstücke sind verstaut, die Karawane zieht weiter...
8.14 Noch nicht ganz die letzte Ampel vor der Autobahn erreicht kommt uns Obi per velo entgegen, den Axel durch einen gekonnten Hupgruss fast zu Fall bringt.
8.19 Wo ist Rainer ?
8.23 Donnerschlag. Er fährt mit der ostasiatischen Planiermaschine 140 den Berg bei Dratum-Ausbergen hoch. RESPEKT...
8.34 Der Blitzer, den sie im Radio durchgesagt haben, steht im Osnabrücker Südkreuz auf der falschen Seite (hihi).
8.36 Ein Annäherungsversuch an meine Rückbankkollegin wird gekonnt abgewehrt.
9.06 Zeitsprung. Irgendwo bei Damme. Ich habe gerade mein Salami-Brötchen gegessen. Cloud No.9 von Bryan Adams. Alle Systeme funktionieren.
9.32 Taktisches Windschattenfahren bei Ahlhorn. Beim nächsten Überholmanöver darf man den ersten Einsatz eines Apfel-Torpedos in Deutschland erleben, der nur um Haaresbreite das Führerhaus der roten Rikscha verfehlt. Nordsee wir kommen.
9.47 Rastplatz irgendwo bei Friesoythe. Unter Missachtung jeglicher Parkordnung werden noch schnell ein paar Stücke Kuchen vernichtet. Axel testet abermals die Hupe. Zurück bleibt ein verdutzter Steinfurter.
10.41 Nach schier unendlicher Fahrt durch die ostfriesische Provinz passieren wir den wohl schmalen, aber dennoch einmaligen Streifen Niedersachsens, in dem die Kühe hübscher als die Frauen sind und erreichen schließlich um
11.05 den Hafen von Neuharlingersiel, wo Wattwürmer für 'ne Mark verschachert werden. Nebenan haben im Imbiss die Solero Shots ihre Weltpremiere; nein, keine Rentner-Combo, eher ein tiefgekühltes Häufchen von Eisperlen, die bei näherem Hinsehen aber auch als grünes Artilleriegeschoß für die Möwenjagd durchgehen könnten.

Puh, ist das kalt...
 
 11.17 Die Tickets sind geordert. Auf die Nachfrage wieviel wir für die Gepäckbeförderung löhnen müssen, halbiert der friesischste aller friesischen Containerbeauftragten den Preis mal eben, da ja 160,-- DM viel Geld sind, die man ja eigentlich gar nicht brauche. So wird die große Kohle verdient.
11.19 Frisch ans Werk und die zweite Verladung beginnt.
11.31 Gut, daß er die Türen des Conti's vorher zugemacht hat, denn sonst wären wir um einen Tauchgang im Hafenbecken nicht herumgekommen. Hoffentlich halten das die Weinflaschen aus...
12.04 Der Fanclub der "Ostfriesischen Jungs" kommt in voller Stärke an Bord. Ganze vier Personen klettern über die Reeling.
12.21 Gerade die Strandpromenade hinter uns gelassen ordert Rainer die ersten Flaschen Haake-Beck. Wir amüsieren uns über eine Familie, die vom Fahrwasser auf der mehr oder weniger hohen Mole überrascht werden und auf den glitschigen Steinen beinahe ein Opfer der Fluten werden. (Von diesem Moment an ist es ganz egal was wir tun. Das Wasser wird schneller sein.)
12.58 So, das ist also Spiekeroog. Hier tobt ja der Mob. Lift your hands up high. Eine handvoll Inselbewohner begrüßt uns winkend. Mal ehrlich, den Raab der Woche und ein Sauerstoffzelt hätten sie schon verdient.
13.07 Wieder habe ich Angst um unser Gepäck. Schnell ist doof.
13.11 Hallo Kutscher, da ist doch noch sooo viel Platz auf Deinem Elektrohobel. Wie, zu Fuß ? Fahr bloß vorsichtig...
13.16 Ein Dank an den freundlichen Insulaner: "Da vorne rechts! Hier geht's zur Müllpressanlage!" Erleichterung.
13.18 Was ? Die hirnamputierten Knastologen, die uns schon auf dem Schiff aufgefallen sind, laufen in die gleiche Richtung. Na Prost. Der Hordenführer sieht für einen Zivi ziemlich alt aus.
13.22 Langsam aber sicher schlagen wir uns zum östlichen Teil der Insel durch. Auch die Schafsköttel um uns herum können uns nicht aufhalten. Ich muß endlich die Soleros loswerden.
13.47 CVJM in Sicht. Goil, die haben sogar 'ne Wippe.
13.54 Alter Schwede, was für ein Hausmeister. Toller Rundgang, auch wenn das "Penthouse" in der Regel seltener für Gruppensex genutzt wird (Hallo Kathrin).
14.01 Wir räumen das Gepäck zum mittlerweile vierten Mal um. Die Getränke sind auch schon da.
14.09 Hallo Matze, Bombenwetter hier.
14.12 Meine Ma freut sich über die Grüße der anderen.
14.22 Setzen wir uns doch in die Sonne und wippen 'ne Runde

A.: Zu schnell ?
L.: Nein, geht noch, danke..
 
 14.34 Was sitzen die Ameisen auch gerade da, wo Kathrin ihr Bier umkippt. Selber schuld.

3 Flaschen
 
 14.46 Lasst uns die Taschen nochmal umschichten; macht einen Riesenspaß.
15.02 Auf geht's zum Strand. 10 Minuten bis zum Sand und nochmal 20 durch diverse Muschelbänke ans Wasser. Rückkehr um
15.37 ohne Blutvergiftung aber mit ziemlich lädierten Fußsohlen. Nebenbei bekomme ich von Axel noch den Football ins Kreuz. Der Auftakt meiner "No-sports"-Tour.
15.42 Während nun auch Katrin + Rainer versuchen, das Wasser zu erreichen, schmeißen wir uns (Christiane, Kathrin, Axel und meine Wenigkeit) noch ein wenig die Kirsche zu.
16.14 Als wir eine Dünenabfahrt windschnittig herunterlaufen, ermahnt uns eine übereifrige Mutter, doch bessere Vorbilder für ihre Kinder zu sein. Einen Hinweis darauf, daß ich zwar www.oberschwester.de bin, jedoch keine Kindergärtnerin verkneife ich mir im letzten Augenblick.
16.18 Rückkehr
16.31 Wir beginnen mit der Einrichtung unserer Residenz. Hmm, fünf Betten im Gruppen...raum, aber sechs Leute... Schnell ein Bett aus dem Zimmer am anderen Ende des Flures von der Wand gerissen, mehr oder weniger Schleifspuren hinterlassen ("Das waren wir aber nicht, oder ?") und im rechten Winkel zu den anderen Kojen auf den doch etwas wackeligen Dielen postiert. Axel und ich leisten wahre Präzisionsarbeit.

Ja, ich räum' ja schon auf...
 
 17.00 Die Gerstenkaltgetränke werden ins OG gehievt, wobei es schon zu den ersten Verlusten kommt. Wie eklig Bier auf Fliesen riechen kann...
18.07 Alle fertig mit Duschen.
18.28 Aufbruch in die "Stadt".
19.11 Wir nehmen das zweitbeste, nicht so fischlastige Restaurant am Ort, "dat olle Huus". Schwule Brandenburger kreuzen unseren Weg. Aufgewärmte Tiefkühlpizza für 13,50 und soviel Zwiebeln auf unseren Jägerschnitzeln, daß ich mir ernsthafte Gedanken um die Latrinen unserer Herberge machen muß. Gott sei Dank wird unser Wunsch nach zusätzlicher Mayonnaise und Ketchup mit ein paar Dötschen erfüllt.
19.34 Das Essen kommt prompt. Um
20.03 machen wir uns auf den Weg zum Hafen, aber nicht ohne um
20.04 eine Butterzimtwaffel in der nächsten Eisdiele zu ordern. Das dauert bis
20.12 Danach sehen wir hinter dem Deich bereits die Fähre mit dem Rest der Truppe einlaufen. Rot-Weiße Invasion. Es haben doch alle rechtzeitig den Aufsprung geschafft, sogar Junior. Vorher wurde in Neuharlingersiel natürlich diniert.

Ich will Pommes !!!
 
 20.17 Umarmungen ausgetauscht beginnen wir den Marsch zur Herberge, aber nicht ohne den Tretminen der Deichbewohner auszuweichen.

Strickclub Melle on Tour
 
 20.56 Nach kurzer Hausführung werden die Zimmer bezogen und um
21.34 der restliche Ablaufplan durchdiskutiert.

Alkohol? Wir? Mitnichten..
 
 21.47 Ich trage mit Gerd eine Kiste Warsteiner zum Strand. Herrlicher Sonnenuntergang am Horizont. Diverse Bohrinseln kreuzen von rechts nach links und haben bei dem Tempo morgen früh die englische Küste erreicht (Hallo Axel). Meine wiederholte Bemerkung "Die fahren bestimmt nach Hamburg" wird mit einem aufmunternden "Jaja" bestätigt.

Nightswimming ?
 
 22.23 Die Schmerzen des Nachmittags machen einen hart für die Nacht. (Anm.d.Red.: Hoppla, erst beim dritten Lesen wird mir die Tragweite dieses Satzes bewußt.) Der erneute Gang zum Wasser läßt die Muskeln nicht mehr so schmerzen wie noch 6 Stunden zuvor. Zusammenhänge mit erhöhtem Alkoholkonsum sind rein zufällig.
22.29 Meine Großcousine bekräftigt immer wieder, daß wir irgendwie verwandt seien. Tolle Familie, was ?
22.51 Toll. Die Sonne scheint gar nicht richtig untergehen zu wollen.

 
 23.21 Wieder zurück bei den anderen. Ich vergrabe meine nackten Füße im Sand. Ansonsten ist mir nicht kalt. Die Gummiteile sind aufgebraucht (Haribo) und eine ganze Flasche Lady Power wurde von einem Kollegen geleert, der in dem Kurort wohnt, wo ich meinen Zivildienst ableistete.
23.38 Für viele ist der Weg zur Toilette zu weit.
24.42 Nach vollzogenen SM (Strandsäuberungsmaßnahmen) bei Vollmond machen wir uns mit leider immer noch, zumindest teilweise, gefüllten Kisten auf den Weg zurück. Liegt es an dem ausgeklügelten Zick-Zack-Kurs, daß mir der Weg so weit vorkommt ?
25.14 Noch weiß ich nicht, was in 24 Stunden sein wird...
25.38 Der fortschreitende Genuß diverser Maurersprudel wird durch ungezwungene Gastspiele auf dem Boiler jäh unterbrochen. Die Niederschrift von Einzelheiten der letzten zwei Stunden bleibt mir jedoch aus unerklärlichen Gründen versagt. Es muß so ungefähr
26.28 sein, als Rainer und ich uns von der Party lossagen und in Richtung Penthouse stolpern. Im memoriam: Björn auf der Fensterbank (König der Welt ??). Ob sonst noch jemand da war, weiß ich nicht mehr, er oder sie möge mir verzeihen. Ein gelungener erster Abend.
Die weiteren Geschehnisse kann ich nur aufgrund von Augenzeugenberichten notieren. Demnach soll der Mann hinten links in der Ecke so laut geschnarcht haben, daß Christiane + Axel fast den Verstand verloren und kerzengerade im Bett gesessen haben. Christiane's Unmutsäußerung "Rainer, Du schnarchst !!" soll dieser mit einem undeutlichen "Quatsch" entgegnet haben. Schade, daß ich geschlafen habe.
 
Samstag, 26.06.1999
 7.42 Munter und (fast) ausgeschlafen erwache ich unter dem Piepen eines BRAUN-Reiseweckers. Kathrin ist schon fertig, also nehme ich mal das freigewordene Bad. Rasieren, Duschen, Haarewaschen: alles funktioniert unfallfrei.
8.11 Nach lustigem Eene-Meene-Muh-Spiel mit allen meinen T-Shirts, die ich kreuz und quer auf Bett und Boden verteilt habe, entscheide ich mich für die stilechte Pupasch-Kutte ("Die Pille danach")...
8.14 Ich entleere zum zweiten Mal meine Turnschuhe vom Sand. Ca. 2 Hände voll dieses feinen Gerölls suchen leise rieselnd ihren Weg zu Boden.
8.31 Nachdem die Treppe zum Speisesaal erfolgreich gemeistert ist finde ich nur eine handvoll von unseren Leuten vor. Der Rest trudelt jedoch, mehr oder weniger nüchtern, bis
8.43 ein.
9.12 Wie gut, daß wir aus dem Penthouse nicht für den Tischdienst eingeteilt sind. Das sieht ja aus hier. Gut, daß der Zivi die letzten Reste beseitigt...
9.33 So nach und nach geht's wieder in die "Stadt". Aber nicht ohne daß sich der bereits fittrainierte Marc, Axel und ich uns den Fußball quer über den ganzen Weg gekonnt zupassen. Ein in die Heide gejagter Radfahrer mehr oder weniger...
10.24 Wir müssen am internationalen Zeitungsstand feststellen, daß laut Neuer OZ unser Bundespräsi wider Erwarten am Donnerstag seinen Urlaub auf dem Eiland unterbrochen und bei einer Gala in Berlin gesichtet worden sein soll. Das war's dann mit dem politischen Frühschoppen.
11.09 Der Supermarkt hat noch ein Rosinenbrötchen für mich.
11.37 Die drei Jungs mit dem Fußball sitzen vor der Kurverwaltung und rezitieren große Meister während sie auf Katrin warten, die mal wieder wegen der Kurtaxe vorgeschickt wurde. Die Sonne kommt durch.
12.16 Schnell noch eine trendy Strandmatte für 1,80 gekauft und es geht zurück Richtung unseres Privatstrandes.
12.47 Endlich angekommen brät schon ein Großteil der Zurückgebliebenen in der Sonne.
13.43 Nach einer Stunde der Muße und des Ausruhens widmet sich ein unbeugsamer Teil wieder dem Sport.
14.02 Tja, es kommt, wie es kommen muß. Eine Bananenflanke von Junior versuche ich mit einem grazilen Grätsch-Hecht-Sprung noch zu erwischen, doch der Ball löst eine so unkontrollierte Gegenbewegung beim Zusammentreffen mit meinem Fuß aus, daß mir der linke große Zeh wegknickt. Muß ziemlich beknackt ausgesehen haben.
14.04 Ich humpele zu meiner trendy Strandmatte zurück und nehme eine Wasserflasche zum Kühlen, äh, zum Wärmen.
14.11 Was uns nicht kaputt macht... Natürlich bin ich beim Beach-Volleyball wieder dabei...
14.12 Ach ja, mein Zeh ist angebrochen, macht aber nix...
14.57 Nachdem ein Teil sich wieder aufgemacht hat in Richtung Stadt finden sie unterwegs einen alten und geheimnisvollen Schatz.

 
 15.04 Mittlerweile lasse ich mich noch zu einer Beachtennis-Partie mit Marc hinreissen, die mich endgültig außer Gefecht setzen soll. Ein Becker-Gedächtnis-Hecht in den Sand fügt mir noch eine Rippenprellung zu.
15.27 Erschöpft sinke ich auf die Bastmatte, ziehe ein Handtuch über den Kopf, damit nicht auch der letzte Rest wegschmilzt. Irgendwann gegen
15.31 muß ich dann eingeschlafen sein, waährend sich der übrige Teil in der City amüsiert. So ungefähr um

Warm hier
 
 16.56 bin ich wieder aufgewacht, zur gleichen Zeit wie Marc, der ein Haus weiter gelegen hat. Meine Waden sehen so aus, als ob ein Rudel Feuerquallen drübergewalzt wäre. Das Brennen lässt den lädierten Fuß für einen Moment in Vergessenheit geraten.
17.13 Nach vollzogener Aufräumaktion verlassen wir den Strand Richtung Herberge. Die anderen erreichen das Haus um
17.21 ich erst um
17.34 So, jetzt wird erstmal geduscht, damit das Geknirsche aufhört.
17.48 Vielleicht gehe ich Euch jetzt auf die Nerven, aber der Zeh schmerzt sehr...
17.49 Wie gut, daß ich die Familienpackung Diclo-Gel mitgenommen habe. Die Verarztung beginnt. Einen nett gemeinten Tipp, den Inseldoktor aufzusuchen, verwerfe ich mit der Äußerung: "Ach was, is' halb so wild." I'm still standing...
18.30 Der Gong erinnert mich daran, daß ich Hunger habe. Es gibt ziemlich leckeren Nudelauflauf. Moment mal, hat mich jemand die Treppe runtergetragen ?
18.42 Marc kommt aufgeregt in den Saal. Er habe den Bundespräsi gerade gesichtet. So'n quatsch. Der hat doch in Berlin gesoffen. Kaum jemand glaubt ihm, ich jedoch mache eine zweite Portion Auflauf fertig und will sie gerade nach draußen bringen, da kommt Björn; er sei schon wieder weg. Ja, super. Alles umsonst.
19.09 Fertig mit Essen und wieder mal keinen Küchendienst. Gelickt geschöst.
19.31 Der Abend verläuft in etwa so wie der vorige. Wieder trifft man sich im Wohnzimmer, wo die ersten Alkoholika schon wieder schmecken.
19.34 Axels Rat, die Schmerzen würden bei Konsum diverser Seelenwärmer sicher weniger setze ich umgehend in die Tat um. Ich muß sagen, es wirkt. Wie ich jedoch zu der aberwitzigen Mischung Jäger-O komme, kann ich heute nicht mehr nachweisen. Ich glaube die Frauen haben das angeschleppt.
20.12 Wir machen uns auf den Weg zum Strand, wieder hänge ich irgendwie hinterher. Wie gut, daß ich nichts tragen muß. Da kommt der staatliche beglaubigte Drückeberger voll zum Zug.
20.29 Es wird Gewürzgebäck gereicht. Matze schenkt Sekt aus.

Prosit
 
 21.02 Mit zwei Bechern Jäger-O (einer gehört Kathrin, aber die kommt ja nicht nach, so schnell wie ich humpele) hefte ich mich an Silke's Fersen Richtung Wasser.
21.24 An der Waterkant treffen wir noch eine handvoll Kollegen, in dicke Jacken eingemummelt.
21.27 Ich entschließe mich noch zu einem kurzen Fußbad in den kühlenden Fluten. Tut echt gut und ist besser als Voltaren.
21.56 Die schwindende Sonne auf dem Rückweg genossen erreichen wir wieder den Rest der Truppe. Die Becher, die ich mitnahm, sind leer. Ein ekliges Gebräu.
22.31 Am Horizont ist ein wiederkehrendes Blinken direkt auf dem Meeresspiegel zu sehen. Als einhellige Meinung von uns Süßwasserpiraten kristallisiert sich der Leuchtturm von Helgoland als Lösung dieses Schauspiels heraus, nachdem Villabajo ziemlich früh ausschied.
23.05 Auf dem Rückweg plumpsen Kathrin und ich in die Dünen und werfen einen Blick an den unverhüllten Sternenhimmel. Phantastisch.
23.07 Gentlemanlike reiche ich Silke meinen Pulli..
23.11 Jetzt ratet mal, wie lange ich für den Rückweg brauche.. Glücklicherweise paßt man sich meinem Schneckentempo an. So wird der unbemerkten Entführung meiner Person durch Ausserirdische vorgebeugt.
23.30 Angekommen. Kurz die Klamotten gesäubert und weitergezecht.
23.59 Irgendwie werde ich ein wenig müde.
 
Sonntag, 27.06.1999
 0.12 Ich lasse erschöpft mein Haupt auf die Schulter meiner Namenskollegin (sie heißt auch Lars) und Verwandten sinken, die das ganze eher neutral beobachtet. Das weiß ich von den Fotos...
0.24 Die Blase besiegt den Verstand und nach langem Zögern begebe ich mich in Richtung Latrine. Dort muß ich dann gegen
0.25 kurz eingenickt sein. Etwas später so um ca.
0.27 verlasse ich die Service-Station wieder Richtung Penthouse, nicht ohne ein fröhliches Ö-La-Palöma anzustimmen.
0.28 Ich bemerke, daß mehrere Personen damit beschäftigt sind, den Kollegen, der uns heute nachmittag nach Hause fahren soll, vom Klo zu tragen. Sie sind zwar teilweise weiß gekleidet, aber Engel oder Ärzte sind das nicht...
0.31 Wer abweichende Erinnerungen zu meinem Verbleib machen kann, sollte dies unter u.g. Chiffre-eMail-Addy tun, denn ob und was danach passierte kann ich nur schemenhaft rekonstruieren. Gegen
7.45 wache ich fröhlich beschwingt, ohne jeden Kopfschmerz, aber mit nur noch wenigen Kleidungsstücken am Leib auf. Ich mache mich auf ins Bad aus dem ich um
8.13 ziemlich erfrischt zurückkehre. So'n Gelage hat auch manchmal seine guten Seiten.
8.16 Bevor ich's vergesse. Mein Fuß tut immer noch weh...
8.30 Der Gong ruft uns zum Frühstück, aber irgendwie habe ich noch keinen Appetit. Zum Glück bin ich damit nicht alleine.
9.04 Die restlichen Sachen werden gepackt und nach unten geschafft.
9.17 Es wird damit begonnen, die letzten Conteste im Tischfußball auszufechten. Bin ziemlich chancenlos. Das würde aber heute anders aussehen. Ich hab' ja schließlich Zivildienst gemacht.
10.00 Das aufkommende Übelkeitsgefühl ist sicher nur Einbildung aufgrund der Erzählungen der anderen. Wird erfolgreich mit Becker's O-Saft bekäpft. Bis
11.23 entstehen folgende Durchhänger-Fotos...








 
 11.30 Wir machen uns auf den Weg in die Stadt. Es gelingt auch mir, ja, wirklich. Zwar beschwerlich, aber es geht.
11.45 Wir kommen an der designierten Präsidenten-Villa vorbei.
12.13 Stadt erreicht und noch Kleinigkeiten zum Essen eingeworfen. Unter anderem auch ein Schlüreis.
12.59 Zum zweiten Mal habe ich an diesem Wochenende Angst um unser Gepäck.
13.30 Abfahrt mit dem Kutter. Wieder wird eine inoffizielle Wink-Olympiade ausgerufen.

Noch jemand Chips ?
 
 14.03 Ankunft in Neuharlingersiel und Verladung.
14.21 Abfahrt und Rückweg klappen ohne Probleme. Wir nehmen einen anderen Weg quer durch die ostfriesische Provinz, sind aber trotzdem schneller auf der Autobahn. Keine besonderen Vorkommnisse bis
16.24 Da geht beim Überholmanöver ein silberner Mazda vom Hauptfahrstreifen auf Tuchfühlung. Ein dramatisches "Was macht der denn?? Gib' Gas, Axel!!" rettet uns vor der Kollision ...
16.26 Wir beobachten den Mazda im Rückspiegel und stellen erleichtert fest, daß er die nächste Ausfahrt nimmt, um sich auszuschlafen.
16.35 Dammer Berge: Nachtanken beim Bulli notwendig.
17.12 Ankunft in Melle. Nach letztem Verabschieden trennen sich die Wege.
17.19 Eva nimmt mich mit nach Hause.Danke...
17.31 Die letzten Meter bis zur Haustür, dann heißt es erstmal "Ab auf die Couch".
08.49 Montag morgen: Bin beim Doktor angekommen. Diagnose: Fissur im linken großen Zeh. Bin bis einschließlich nächste Woche Mittwoch krankgeschrieben.

Aber alles in allem war's doch ein geiles Wochenende, oder ??

Evtl. kommen noch ein paar Fotos dazu. Wer noch Ergänzungen oder Änderungen hat, bitte melden...

Panorama-Fotos



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